KRIEGSTAGEBUCH

1941

Reinhold Schmid 

29. Dezember 1940 bis 19. Juli 1941 † 

Brief an die Eltern und Geschwister · 8. Juni 1941

O.U.*, den 8.6.41

Liebe Eltern u. Geschwister!

Habe Eure beiden Päckchen mit den Kärtchen dankend erhalten. Kann es sehr gut brauchen, weil wir hier nichts kaufen können. Sonst geht es mir gut was ich von Euch auch hoffe. Leider ist die Fahrt nach Paris ausgefallen.Warum das könnt Ihr Euch wohl denken. Die beiden Päckchen welche ich weggeschickt habe werdet Ihr wohl erhalten haben. Adolf soll ja die Andenken gut aufheben. Er soll die Granaten mit Schmirgel sauber abreiben, daß es glänzt und dann einschmieren, daß es nicht rostet. Aber aufheben.Von der Vroni habe ich auch Post erhalten. Rettemaiers Karle ist auch gefallen und ein 20 jähriger Matrose Fridolin Loritz. Auch Anni hat vom Allgäu aus geschrieben. Da war ich baff. Hat sie Urlaub bekommen?
Liebe Eltern! Die erlöste Stunde ist gekommen. Wenn Ihr mir ein Päckchen schickt tut nichts hinein, was verderben kann. Die Woche nehmen wir die Bereitstellung ein. Und während dem Vormarsch kann man sich auf die Post nicht verlassen. Wenn Ihr den Brief erhaltet, dann dreht es sich noch um ein paar Tage wo ich noch in Deutschland bin. Ich werde schreiben so oft ich kann. Bis zum Abmarsch kann ich nicht mehr schreiben. Vielleicht nächsten Sonntag auf dem Vormarsch.
Die letzten Grüße aus Deutschland
sendet Euch Euer Sohn
Reinhold

 

Erzählt nichts von diesem Brief.

O.U.* Ort unbenannt